ROCK'N'ROLL-WELTELITE
IN MÜNCHEN

 

Es gehört schon fast zur Tradition und ist für die Zuschauer immer wieder ein Highlight im Turnierkalender: Das Münchner World-Masters. Seit mittlerweile 25 Jahren finden in München unter der bewährten Leitung des WRRC-Präsidenten Wolfgang Steuer internationale Rock'n'Roll-Turniere statt und auch die 2000er Ausgabe zog wieder zahlreiche interessierte Besucher in ihren Bann und sorgte für ein ausverkauftes Haus.

Leider sollten auch heuer einige große Namen des Rock'n'Roll-Sports fehlen: Roman Kolb, Viacheslav Hlopkow, Josè Tornero / Marta Ventura, David Felip / Monica Martinez und weitere blieben dem Münchner World-Masters leider fern, dies sollte letztlich jedoch nichts an der guten Atmosphäre des Münchner World-Masters ändern: Das Auftreten des acht Paare starken Deutschen Teams, einige Überraschungen in den Vor- und Zwischenrunden sowie der äußerst spannende Kampf der um die Treppchenplätze unterstrichen abermals die Attraktivität des Rock'n'Roll-Sports.

Hoffnungsträger für das Deutsche Team natürlich die derzeitigen Erstplazierten der Weltrangliste Claudia und Christian Rüssel aus Speyer, doch eben die machten es im Halbfinale nocheinmal spannend: Die amtierenden Deutschen Meister verloren in der KO-Runde gegen Marketa Hilgerova / Zdenek Adamec aus Tschechien (WRL Platz 14), konnten sich dann jedoch über die Lucky-Looser-Regelung doch noch für's Finale Qualifizieren. Für eine äußerst positive Überraschung dagegen sorgten die amtierenden Bayerischen Meister Tanja und Thomas Janik aus München, denn sie konnten sich als einziges Paar, das in der Weltrangliste nicht unter den besten 20 zu finden war, bis ins Finale vortanzen. Ingrid Rieg und Horst Noll aus Schwäbisch-Gmünd (WRL Platz 5) vervollständigten die Deutsche Riege innerhalb des World-Masters-Finales.
Sowohl Christina Ludwig / Nico Medenbach aus Gießen, die sich in der Weltmeisterschaft in Mannheim den sensationellen achten Rang ertanzen konnten, als auch Grit und Marcus Hubert aus Regensburg, die sich in den vergangenen Monaten bis auf Rang 11 der Weltrangliste vortanzen konnten, sollte der Sprung ins Finale leider nicht gelingen, doch insgesamt konnte man dennoch von einem äußerst guten Abschneiden des Deutschen Teams sprechen. Auch Bundestrainer Peter Fenkel zog eine positive Bilanz und äußerte sich im Interview mit WRRC-Präsident Wolfgang Steuer sehr zufrieden über seine Schützlinge.

Im Finale schließlich dominierten in allen drei Runden die Russen Dinara Bedretinova / Andrej Bardanow: Das (überwiegend fachkundige) Publikum staunte vor allem über die beinahe extreme Exaktheit der Akrobatik, welche die Zweitplazierten der Weltrangliste zudem mit hohen und exakten Kicks zu kombinieren verstanden. Die Schweizer Judith Santeler / Konrad Niggli (WRL Platz 6), die zuvor Grit und Marcus Hubert aus dem Rennen geschmissen hatten, sowie die Münchner Tanja und Thomas Janik bewiesen, dass man auch ohne Doppelsalto mit der Weltspitze mithalten kann und brachten mit ihrer lockeren Art Farbe ins Spiel. Die "Rüssel-Bezwinger" Marketa Hilgerova / Zdenek Adamec (WRL Platz 14) sowie die Drittplazierten der Weltrangliste Dása Danihelová / Peter Olej aus der Slowakei schienen zwar immer wieder in den Kampf um einen Treppchen-Platz eingreifen zu können, doch hier hatten sich bereits zwei Deutsche Paare festgebissen:

Die amtierenden Deutschen Vizemeister Ingrid Rieg und Horst Noll spielten im Finale ihre Fähigkeiten in puncto Akrobatik voll aus und lieferten sich mit Claudia und Christian Rüssel ein äußerst spannendes Duell. Die beiden Paare aus Baden-Württemberg bzw. Rheinland-Pfalz überzeugten mit viel Charme und zeigten vom Short-Programm (Pflicht) über die Beintechnik-Runde bis zum Free-Programm großen Kampfeswillen, wobei Ingrid und Horst letztendlich die Nase vorne behalten und Claudia und Christian auf den dritten Platz verweisen sollten. Im Anschluß an die Finalrunden fand sich im Programmablauf noch ein weiterer wichtiger Programmpunkt: Die amtierenden Rock'n'Roll-Weltmeister Beate und Anreas Wolf wurden aufgrund ihrer herausragenden Leistungen für den Rock'n'Roll-Sport mit der Ehrenmedaille der World-Rock'n'Roll-Confederation (WRRC) ausgezeichnet. Wolfgang Steuer überreichte die Medaille und einen Blumenstrauß an die erfolgreichen Gaimersheimer, die sich in Mannheim den Traum vom zweiten WM-Sieg (nach 1997) erfüllt hatten und nun die Tanzschuhe (was das Turniertanzen betrifft) an den Nagel gehängt haben. Beate und Andreas zeigten sich sichtlich bewegt von der Ehrung und bedankten sich für diese hohe Auszeichnung.

Ein Bericht von Roland Kraus
(Pressebeauftragter BRRV)

 

Ergebnisse:

1. Andrey Bardanov - Dinara Bedretdinova RUS

2. Horst Noll - Ingrid Rieg GER

3. Christian Rüssel - Claudia Rüssel GER

4. Zdenel Adamec - Marketa Hilgerova CZE

5. Konrad Niggli - Judith Santeler SUI

6. Peter Olej - Dasa Danihelova SVK

7. Thomas Janik - Tanja Janik GER

10. Marcus Hubert - Grit Hubert GER